Land & Leute

Der westliche Besucher mag die erste Reise nach Phaic Tăn als Angriff auf die Sinne empfinden, als überwältigende Explosion der Bilder, Geräusche, Geschmäcke, Gerüche und nicht zuletzt des Dickdarms. Die meisten Reisenden sind sich dennoch einig, dass einem dieses tropische Paradies schon nach kurzem Aufenthalt in Fleisch und Blut übergeht.

Phaic Tăns Bevölkerung hat im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche ethnische Einflüsse aufgenommen, in letzter Zeit allerdings auch viele Schwermetalle – das Ergebnis unkontrollierten Kupferabbaus. All dies trägt zum unverwechselbaren Nationalcharakter bei.


Land der Kontraste

Phaic Tăn ist ein aufregend kontrastreiches Land, in dem Verkehrspolizisten Atemschutzmasken tragen, Chirurgen jedoch nur selten, in dem das Wegwerfen von Abfall strafbar ist, während Vermieter überfällige Mieten durch Folter eintreiben dürfen, eine Nation, die den weltweit höchsten Prozentsatz an Amputierten, jedoch keine einzige Medaille bei den Paralympics vorweisen kann.
So zieht Phaic Tăn auch höchst unterschiedliche Besucher an – vom allgegenwärtigen Rucksacktouristen, den unberührte tropische Strände und Fußmassageservice rund um die Uhr locken, bis zum anspruchsvollen Luxusreisenden, der sich in Fünfsterneoasen verwöhnen lassen möchte, die zu den exklusivsten der Welt zählen und so luxuriös sind, dass das Personal täglich entlassen wird, damit es frisch bleibt.
Phaic Tăns Zauber ist so groß, dass viele Besucher, die nur eine Woche bleiben wollten, nie wieder abreisen (lesen Sie mehr dazu im Reiseführer im Kapitel „Rauschgift/Strafen“).

Phaic Tăn ist dabei, sich auf dem internationalen Parkett einen Namen zu machen, und ist nicht nur weltgrößter Exporteur von Cocktailschirmchen und Einweg-Essstäbchen, sondern auch Gastgebernation der Asiatischen Hacky-Sack-Meisterschaften 2006.


Für jeden etwas
Phaic Tăn bietet für jeden Geschmack das Richtige: Historisch Interessierte werden die vielen Ruinen im ganzen Land bewundern (Tempel, Paläste, öffentliche Krankenhäuser), während Naturliebhaber sicher einen Blick auf die seltenen, im Osten heimischen Irrawaddy-Flussdelphine erhaschen wollen. Sonnenanbeter sind im Westen richtig, wo sie an der Küste von Tan Gah am Pool entspannen oder zum spektakulären, künstlich gefärbten Riff hinausschnorcheln können. Abenteuertouristen fahren zum Brown-Water-Rafting in den stark gerodeten nördlichen Dschungel, wo Adrenalinjunkies auf einer der größten Schlammwellen Südostasiens surfen.
Gourmets kommen natürlich ebenso auf ihre Kosten. Phaic Tăns Küche darf getrost als »explosiv« bezeichnet werden und ist eine feurige Mischung aus Chili, Knoblauch und Pfeffer, zu der gelegentlich Speisen hinzugefügt werden. Ob Sie im Fünfsternerestaurant oder am Straßenimbiss dinieren, die Erinnerung an diese Mahlzeiten wird Sie auch dann noch begleiten, wenn die Darmparasiten wieder verschwunden sind.

VORSICHT HUND! Viele westliche Phaic-Tăn-Reisende haben schreckliche Angst davor, aus Versehen Hund zu essen. Bekommt man einen Braten serviert, sollte man sich daher genau den Kopf des Tieres ansehen: Während das Maul von Schweinen und Ziegen traditionell mit einem Apfel gestopft wird, bereitet man Hunde mit einem Tennisball im Maul zu.

Was Sie auch immer suchen mögen, es gibt gute Chancen, all das in Phaic Tăn zu finden. Sie brauchen nur einen Reiseführer und ein paar Impfungen (siehe auch Medizinische Vorsorge), und schon kann es losgehen!

     
  Textauszug aus Phaic Tăn, Land des krampfhaften Lächelns, Heyne Verlag
© Verlagsgruppe Random House GmbH